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Content planen mit KI: 30-Tage-Plan in deiner eigenen Stimme

Voice-Profil, Content-Säulen und Prompts für Claude, Schritt für Schritt

Von Isabella Zanghellini, Brand-Designerin aus Oberösterreich · zuletzt aktualisiert am · 10 Min. Lesezeit

content planung

Content Planung mit KI fängt fast immer gleich an. Du tippst „Schreib mir einen Content-Plan für Instagram" in ein Chatfenster, und zehn Sekunden später stehen da 30 Ideen. Ordentlich nummeriert, mit Emojis in jeder Zeile, und keine einzige davon hättest du selbst so gesagt.

Also schreibst du doch wieder alles selbst. Drei Caption-Versuche, eine Stunde weg, und am Ende postest du die Version, die sich am wenigsten falsch anfühlt. Vielleicht kennst du den Gedanken: Wenn ich KI nutze, ist es nicht meins. Wenn ich selber schreibe, brauche ich Stunden.

Dazu sage ich immer: „Das Problem ist nicht die KI. Das Problem ist, was du reinwirfst." Wenn das Briefing dünn ist, kommt dünner Output raus. Ich nenne das die Briefing-Lücke.

In diesem Artikel schließt du sie. Mit einem Voice-Profil, das deine Stimme beschreibt. Mit Content-Säulen, die dir die Themen liefern. Und mit einem 30-Tage-Plan, den du in Claude Schritt für Schritt aufbaust, inklusive Prompts zum Abtippen.

Was gehört zu einer guten Content Planung?

Zu einer guten Content Planung gehören vier Bausteine: ein klares Ziel für den Zeitraum, drei bis fünf Content-Säulen, ein realistischer Rhythmus und eine Liste konkreter Themen mit Format und Datum. Bei der Content Planung mit KI kommt ein fünfter Baustein dazu, das Voice-Profil. Ohne dieses Profil plant die KI zwar Themen, die Texte lesen sich aber nach niemand Bestimmtem.

Ich bin Isabella Zanghellini, Brand-Designerin aus Vorchdorf in Oberösterreich, und Claude ist mein wichtigstes Werkzeug, wenn ich Content plane. Bevor ich die KI aber auch nur ein Thema vorschlagen lasse, kläre ich diese fünf Punkte:

  1. Ziel: Was soll in diesen 30 Tagen passieren? Mehr Anmeldungen für dein Freebie, Anfragen für ein Angebot, ein Launch?
  2. Content-Säulen: Zu welchen drei bis fünf Themenbereichen postest du immer wieder?
  3. Rhythmus: Wie oft schaffst du es realistisch, über Monate hinweg?
  4. Themen: Welche konkreten Beiträge, an welchem Tag, in welchem Format?
  5. Voice-Profil: Wie schreibst du, und wie auf keinen Fall?

Die ersten vier Punkte kennst du aus jedem Content-Plan-Template. Der fünfte ist der Grund, warum dein KI-Content bisher nach Durchschnitt aussieht.

Warum wirkt KI-Content oft so austauschbar?

KI-Content wirkt austauschbar, weil die KI ohne Briefing den Durchschnitt aller Texte liefert, die sie zu einem Thema kennt. Für Coaches heißt das: die üblichen Mutmacher-Sätze, Emoji-Ketten und Fragen am Anfang jeder Caption. Die KI kann deine Stimme nur treffen, wenn du sie ihr beschreibst und mit echten Texten zeigst.

So sieht die Briefing-Lücke in der Praxis aus:

Was du reinwirfstWas rauskommt
„Schreib einen Post über Selbstfürsorge."ein Post, den jede zweite Coachin posten könnte
Thema plus Zielgruppepassender Inhalt, aber fremder Ton
Thema, Zielgruppe, Säule und Ziel des Beitragsgute Struktur, Ton immer noch Durchschnitt
alles davon plus Voice-Profil und Beispieltexteein Entwurf, der sich nach dir an einem guten Tag liest

Dein Job ist Kontext. Je mehr die KI über dich weiß, desto weniger musst du hinterher umschreiben.

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Wie erstellst du ein Voice-Profil für die KI?

Ein Voice-Profil ist eine kurze Beschreibung deiner Schreibstimme, die die KI bei jedem Auftrag mitbekommt. Es enthält deinen Tonfall, deine typischen Wörter, Wörter, die du nie verwendest, deine Satzlänge, deine Ansprache und zwei bis drei echte Texte von dir. Eine Seite reicht, solange sie konkret ist.

Konkret heißt: „Ich schreibe locker und authentisch" hilft der KI gar nichts. Das schreiben alle über sich. Hilfreich sind Beschreibungen, die man überprüfen kann.

Diese Bausteine gehören in dein Voice-Profil:

Stell dir vor, du bist Karriere-Coachin für Frauen, die nach der Elternzeit zurück in den Job wollen. Dein Profil könnte so beginnen:

> Ich schreibe ruhig und direkt, wie eine erfahrene Kollegin in der Kaffeeküche. Ich verwende oft: Wiedereinstieg, Gehaltsgespräch, Plan, Schritt, ehrlich. Ich verwende nie: Mindset, Comeback-Queen, durchstarten. Meine Sätze sind eher kurz. Ich duze, maximal ein Emoji pro Beitrag. Ich beginne mit einer Alltagsszene, nie mit einer Frage.

Und dann gibt es noch eine Ebene, die die meisten auslassen: die Richtung deiner Marke. Eine Weise ordnet Wissen und erklärt, warum etwas funktioniert. Eine Rebellin stellt Regeln in Frage und zeigt, dass es auch anders geht. Eine Liebende schafft Nähe und berührt, bevor sie erklärt. Das ist dein Archetyp, und er färbt jeden Satz, den die KI für dich schreibt. Welcher es bei dir ist, verrät dir der Test.

Wie richtest du Claude für deine Content-Planung ein?

In Claude legst du für deinen Content ein eigenes Projekt an. In die Projekt-Anweisungen kommt dein Voice-Profil, ins Projektwissen kommen Beispieltexte, deine Content-Säulen und eine Beschreibung deines Angebots. Jeder neue Chat in diesem Projekt startet dann mit diesem Wissen, du musst dich also nicht jedes Mal neu erklären.

Das ist der Moment, in dem sich die Arbeit mit KI verändert. Vorher fängst du in jedem Chat bei null an. Nachher arbeitest du mit einer Kollegin, die dich schon kennt.

WasWohin in ClaudeBeispiel
Voice-ProfilProjekt-AnweisungenTonfall, Wortlisten, Satzbau
BeispieltexteProjektwissendrei Captions, ein Newsletter
Content-SäulenProjektwissenWissen, Haltung, Einblick, Angebot
AngebotProjektwissenName, Ablauf, für wen es passt
ZielgruppeProjektwissenihre Fragen, ihre Sätze, ihre Probleme

So gehst du vor:

  1. Neues Projekt anlegen, zum Beispiel „Instagram Content".
  2. Dein Voice-Profil in die Anweisungen kopieren.
  3. Beispieltexte, Säulen, Angebot und Zielgruppe als Dateien oder Text ins Projektwissen legen.
  4. Einen ersten Test-Chat starten und einen einzigen Beitrag schreiben lassen.
  5. Das Ergebnis gegen dein Gefühl prüfen und das Voice-Profil nachschärfen.

Falls du Claude noch nie verwendet hast, starte mit KI für Anfänger: Claude für Selbstständige. Dort findest du die Grundlagen, bevor du ins Projekt einsteigst.

Welche Content-Säulen brauchst du für deinen Content-Plan?

Für einen Content-Plan reichen drei bis fünf Content-Säulen, also feste Themenbereiche, zu denen du regelmäßig postest. Für Coaches und Beraterinnen passen Wissen, Haltung, Einblick und Angebot gut als Start. Die Säulen sorgen dafür, dass die KI dir abwechslungsreiche Themen vorschlägt und dein Angebot regelmäßig vorkommt.

Kurz zu den vier Säulen:

30 konkrete Ideen zu genau diesen vier Säulen findest du im Artikel Instagram Feed Ideen fürs Business. Dort steht auch, wie du einen Feed-Look aus deinem Archetyp ableitest.

Wenn du deine Säulen noch nicht kennst, lass sie dir von Claude vorschlagen. Der Prompt dafür:

> Lies mein Angebot und die Beschreibung meiner Zielgruppe im Projektwissen. Schlag mir vier Content-Säulen für Instagram vor. Gib zu jeder Säule einen Satz, was sie zeigt, und drei Beispielthemen. Begründe jede Säule mit einem Problem meiner Zielgruppe.

Wie sieht ein 30-Tage-Content-Plan für Instagram aus?

Ein 30-Tage-Content-Plan für Instagram legt für vier Wochen fest, an welchen Tagen du postest, zu welcher Säule und in welchem Format. Mit drei Feed-Beiträgen pro Woche kommst du auf zwölf bis dreizehn Beiträge im Monat, dazu Stories nach Zeit und Lust. Jede Woche bekommt einen Schwerpunkt, so entsteht ein roter Faden.

Hier ein Beispiel mit Montag, Mittwoch und Freitag als Posting-Tage:

WocheSchwerpunktMontagMittwochFreitag
1Problem sichtbar machenCarousel: 3 Fehler, die du oft siehstFoto: dein Arbeitsplatz und warum du das machstEinzelbild: dein Merksatz
2Methode zeigenCarousel: deine Methode in 5 SchrittenReel: ein Fehler aus deinem BusinessCarousel: Fragen zu deinem Angebot
3Haltung zeigenEinzelbild: deine unpopuläre MeinungFoto: ein typischer ArbeitstagReel: für wen dein Angebot passt
4Angebot und FreebieCarousel: Checkliste zum SpeichernCarousel: so läuft die ZusammenarbeitBeitrag zu deinem Freebie
Tag 29–30AuswertenWelche Beiträge wurden gespeichert und geteilt?Was nimmst du in den nächsten Monat mit?neuen Plan mit Claude anlegen

Die letzten zwei Tage gehören dem Rückblick. Welche Säule kam gut an, welches Format hat dich am wenigsten Zeit gekostet? Das gibst du der KI beim nächsten Plan mit.

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Welche Prompts helfen beim Content planen mit KI?

Gute Prompts für die Content-Planung nennen Ziel, Zielgruppe, Säulen, Zeitraum und Format und verweisen auf dein Voice-Profil. Am besten arbeitest du in Etappen: erst Themen, dann den Plan, dann einzelne Texte. So kannst du nach jedem Schritt korrigieren, bevor die KI weiterbaut.

Diese vier Prompts nutzt du nacheinander in deinem Claude-Projekt. Die eckigen Klammern füllst du selbst aus.

Prompt 1: Themen sammeln

> Du kennst mein Voice-Profil und meine Content-Säulen aus dem Projektwissen. Sammle 20 Themen für Instagram-Beiträge im nächsten Monat, fünf pro Säule. Ziel des Monats: [z. B. mehr Anmeldungen für mein Freebie]. Nimm als Ausgangspunkt diese Fragen, die mir oft gestellt werden: [drei Fragen einfügen]. Gib jedes Thema als einen Satz aus, ohne Emojis.

Prompt 2: Den Plan bauen

> Verteile die Themen, die ich markiert habe, auf 30 Tage. Ich poste Montag, Mittwoch und Freitag. Gib mir eine Tabelle mit Datum, Säule, Format (Carousel, Reel, Einzelbild, Foto) und Arbeitstitel. In jeder Woche soll mindestens ein Beitrag mein Angebot oder mein Freebie erwähnen.

Prompt 3: Einen Beitrag schreiben

> Schreib den Text für das Carousel vom [Datum]: sieben Folien, Folie 1 ist ein Versprechen in maximal acht Wörtern. Halte dich an mein Voice-Profil, besonders an die Liste der Wörter, die ich nie verwende. Danach die Caption, maximal 150 Wörter, mit einer Szene als Einstieg.

Prompt 4: Gegenprüfen

> Lies den Text noch einmal gegen mein Voice-Profil und meine Beispieltexte. Markiere jeden Satz, den ich so nie sagen würde, und schlag eine Version vor, die näher an meinen Beispieltexten liegt.

Der vierte Prompt wird oft übersprungen. Dabei ist er der, der am meisten Zeit spart, weil die KI ihre eigenen Floskeln dort meistens selbst findet.

Wie prüfst du, ob KI-Content wirklich aus dir kommt?

Lies den Text laut vor. Jede Stelle, an der du stockst oder denkst „so würde ich das nie sagen", passt noch nicht zu dir und gehört umgeschrieben. Der schnellste Check lautet: Würde ich das einer Freundin beim Kaffee so sagen?

Dazu eine kurze Checkliste für jeden KI-Entwurf:

Fehlt dieser eine Satz, ergänze ihn selbst. Er ist der Unterschied zwischen einem ordentlichen Post und deinem Post. Und jedes Mal, wenn du denselben Fehler korrigierst, schreib die Regel ins Voice-Profil. So wird die KI mit jeder Woche treffsicherer.

Häufige Fragen

Welches KI-Tool eignet sich für die Content-Planung?

Für die Content-Planung eignet sich jedes KI-Tool, dem du ein Briefing und Beispieltexte mitgeben kannst. Ich arbeite mit Claude, weil ich dort mit Projekten, Anweisungen und Projektwissen alles für meinen Content an einem Ort sammle. Entscheidend ist das Voice-Profil, das funktioniert in jedem Tool.

Wie lange dauert es, einen Content-Plan mit KI zu erstellen?

Beim ersten Mal kostet dich das Voice-Profil die meiste Zeit, weil du dir ehrlich überlegen musst, wie du schreibst. Danach geht ein Monatsplan deutlich schneller, weil du die Grundlagen nicht mehr jedes Mal erklären musst. Plane für die Überarbeitung der einzelnen Texte trotzdem Zeit ein.

Merkt man, dass ein Text mit KI geschrieben wurde?

Man merkt es vor allem an Texten ohne Briefing: typische Floskeln, gleich lange Sätze, Emojis in jeder Zeile. Mit einem Voice-Profil, echten Beispieltexten und deiner eigenen Überarbeitung fällt das deutlich weniger auf. Ein persönliches Beispiel pro Beitrag macht den größten Unterschied.

Muss ich jeden KI-Text überarbeiten?

Ja, lies jeden Text vor dem Posten selbst und pass ihn an. Die KI liefert dir einen guten Entwurf, die letzte Entscheidung und das persönliche Beispiel kommen von dir. Mit einem gepflegten Voice-Profil wird diese Überarbeitung mit der Zeit kürzer.

Kann ich auch ChatGPT für meinen Content-Plan verwenden?

Das Prinzip aus diesem Artikel funktioniert in jedem KI-Tool: Voice-Profil, Content-Säulen, Beispieltexte und Prompts in Etappen. Die Schritte in der Einrichtung unterscheiden sich je nach Tool. Ich zeige dir alles am Beispiel von Claude, weil das mein Haupt-Tool ist.

Fazit

Content Planung mit KI wird leicht, sobald die KI weiß, wer du bist. Das Voice-Profil ist die Arbeit, die einmal Zeit kostet und sich danach jede Woche bezahlt macht. Content-Säulen geben dir die Themen, der 30-Tage-Plan gibt dir den Rhythmus, und die vier Prompts bringen dich vom leeren Bildschirm zum fertigen Entwurf. Fang heute mit dem Voice-Profil an. Eine Seite reicht.

P.S. Wenn du beim Voice-Profil nicht weißt, in welche Richtung deine Marke wirken soll, mach zuerst den Archetypen-Test. Der Archetyp gibt deinem Profil die Richtung, und die KI hat endlich etwas, woran sie sich halten kann.

Isabella Zanghellini, Brand-Designerin aus Vorchdorf in Oberösterreich

Isabella Zanghellini · Brand-Designerin, FemBrand Studio, Vorchdorf (Oberösterreich)

19 Jahre Marken-Design · 15 Jahre selbstständig · 100+ Marken · zertifizierte Personal Brand Consultant · SPIEGEL-Bestseller „Das große Wichtelhandbuch" (Platz 1). Ich arbeite mit Marken-Archetypen und bringe Selbstständigen bei, ihre Marke mit KI selbst aufzubauen.

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