Ich nutze KI wahrscheinlich öfter als meine Kaffeemaschine. Bei KI für Anfänger denken trotzdem viele zuerst an ein Chatfenster, in das man eine Frage tippt und eine Antwort bekommt, die irgendwie nach allen anderen wirkt. Du probierst es zwei-, dreimal, der Text liest sich glattgebügelt, und am Ende schreibst du den Post doch wieder selbst. Eine Stunde weg.
Der Knackpunkt sitzt woanders: bei dem, was du reinwirfst. Wenn Claude nicht weiß, wer du bist, für wen du arbeitest und wie du schreibst, greift es zum Durchschnitt.
In diesem Artikel richtest du Claude so ein, dass es dich kennt. Du legst ein Projekt an, schreibst klare Anweisungen, lädst dein Markenbriefing hoch und bekommst erste Prompts, die du sofort nutzen kannst. Dazu kommen die typischen Anfängerfehler und die Frage, welche Daten du aus Datenschutzgründen besser draußen lässt.

Was ist Claude und warum nutzen es Selbstständige?
Claude ist ein KI-Assistent der Firma Anthropic, mit dem du auf Deutsch schreibst, planst, Ideen sortierst und Texte überarbeitest. Für Selbstständige ist Claude praktisch, weil du ihm in einem Projekt dauerhaft Kontext mitgeben kannst: wer du bist, was du anbietest und wie du schreibst. So beginnst du nicht bei jedem Chat wieder bei null.
Ich bin Isabella Zanghellini, Brand-Designerin aus Vorchdorf in Oberösterreich, und Claude ist mein wichtigstes Werkzeug im FemBrand Studio. Ich nutze es für Texte, Content-Planung, Markenbriefings, Website-Texte und Bildprompts. Nach 19 Jahren Marken-Design und über 100 gebauten Marken weiß ich, wie eine Marke wirken soll. Claude bringt das schneller aufs Papier.
Vielleicht hast du schon ChatGPT ausprobiert. Die Grundidee ist ähnlich. Für Marke und Texte arbeite ich lieber mit Claude, weil sich die Ergebnisse für mich natürlicher lesen und weil die Projekte genau das abbilden, was Selbstständige brauchen: ein festes Gedächtnis für die eigene Marke.
Claude kannst du im Browser, als App am Computer und als App am Handy verwenden. Für den Start reicht ein Konto mit deiner E-Mail-Adresse. Welche Funktionen dir in deinem Konto zur Verfügung stehen, siehst du direkt in den Einstellungen.
Wie fange ich mit KI als Anfängerin an?
Fang mit einer einzigen wiederkehrenden Aufgabe an, die dich heute Zeit kostet, etwa Instagram-Captions oder Antworten auf Anfragen. Richte dafür ein Projekt in Claude ein, gib ihm deine Infos und übe eine Woche lang nur damit. Wer gleich zehn Tools und zwanzig Anwendungsfälle auf einmal will, landet im Dauer-Tab-Overload.
Gute erste Aufgaben für Selbstständige sind:
- Instagram-Captions aus deinen Stichworten
- ein Newsletter-Entwurf aus losen Notizen
- Antwortvorlagen für Anfragen, die immer wieder kommen
- Ideen für Blogartikel oder Pins zu deinem Thema
- lange Texte kürzen und Tippfehler finden
- deine Angebotsbeschreibung verständlicher machen
Rede mit Claude wie mit einer neuen Kollegin, die klug ist, aber dich noch nicht kennt. Ganze Sätze, Hintergrund, Ziel und gewünschtes Format. „Schreib einen Post über Zeitmanagement" bringt dir einen Post, den es schon tausendmal gibt. „Schreib einen Instagram-Post für selbstständige Mamas, die vormittags arbeiten, maximal 150 Wörter, mit einem Beispiel aus dem Alltag" bringt dir etwas, mit dem du weiterarbeiten kannst.
Und du darfst nachverhandeln: Wenn das Ergebnis daneben liegt, sag konkret, was dich stört. „Zu förmlich, kürzere Sätze, weniger Ausrufezeichen." Claude überarbeitet den Text im selben Chat.
Was ist ein Projekt in Claude?
Ein Projekt in Claude ist ein eigener Arbeitsbereich mit zwei Teilen: Anweisungen, die für jeden Chat im Projekt gelten, und Projektwissen, also Dateien, die Claude in jedem Chat dieses Projekts mitliest. Du legst einmal fest, wer du bist und wie du arbeitest, und jeder neue Chat im Projekt startet mit diesem Wissen. Für Anfängerinnen ist das der wichtigste Schritt überhaupt.
So legst du dein erstes Projekt an:
- Projekt öffnen. In der Seitenleiste findest du den Bereich „Projekte". Dort legst du ein neues Projekt an. Je nach App-Version heißen die Menüpunkte leicht anders.
- Namen geben. Zum Beispiel „Meine Marke: Texte und Content".
- Anweisungen einfügen. Kurz und konkret, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- Projektwissen befüllen. Dein Markenbriefing, dein Angebot und drei bis fünf eigene Texte als Datei hochladen.
- Ersten Chat starten. Innerhalb des Projekts, damit Claude alles mitliest.
Mit der Zeit lohnt sich ein Projekt pro Aufgabenbereich: eines für Social Media, eines für deine Website, eines für Newsletter. Alle bekommen dasselbe Markenbriefing, aber unterschiedliche Anweisungen. Wie du Content-Ideen in so einem Projekt zu einem Monatsplan machst, zeige ich dir in Content planen mit KI.
Was schreibe ich in die Anweisungen eines Claude-Projekts?
In die Anweisungen gehört alles, was Claude bei jeder Aufgabe wissen muss: wer du bist, für wen du arbeitest, wie du schreibst und was tabu ist. Halte die Anweisungen kurz und konkret, eine halbe bis ganze Seite reicht für den Start. Längere Unterlagen wie Angebote, Beispieltexte und dein ausführliches Markenbriefing legst du als Datei ins Projektwissen.
Eine einfache Vorlage, die du kopieren und ausfüllen kannst:
> Ich bin [Beruf] aus [Ort] und arbeite seit [Jahr] selbstständig.
> Meine Zielgruppe: [wer, welches Problem, welche Situation].
> Mein Angebot in einem Satz: [was, für wen, mit welchem Ergebnis].
> Ton: Du-Form, warm, direkt, kurze Absätze, Satzlängen abwechseln.
> Diese Wörter und Phrasen verwende ich nie: [Liste].
> Format: keine Emoji-Reihen, keine Hashtag-Wolken, Absätze mit Leerzeile.
> Wenn dir Informationen fehlen, frag nach, höchstens drei Fragen auf einmal.
> Lies vor jeder Aufgabe das Markenbriefing im Projektwissen.
Die vorletzte Zeile ist mein Lieblingstrick. Ohne sie füllt Claude Lücken mit Annahmen. Mit ihr bekommst du Rückfragen, und deine Antworten machen das Ergebnis jedes Mal besser.
Stell dir vor, du bist Ernährungsberaterin in Linz und arbeitest mit Frauen über 40. Dann gehören in die Anweisungen genau diese Angaben, dazu dein Ton („bodenständig, kein Diät-Vokabular") und deine Tabus („keine Heilversprechen, keine Kalorienzahlen").
Was ist ein Markenbriefing und warum lade ich es in Claude hoch?
Ein Markenbriefing ist ein Dokument, in dem deine Marke schwarz auf weiß steht: Positionierung, Zielgruppe, Werte, Angebot, Stimme, Lieblingswörter, Tabus und Beispieltexte. Wenn du es ins Projektwissen von Claude legst, schreibt Claude aus deinem Material heraus und viel weniger aus dem Durchschnitt aller Coaching-Texte. Je klarer das Briefing, desto mehr liest sich der Output nach dir.
Ein gutes Markenbriefing für Claude enthält:
- Wer du bist: Beruf, Ort, Erfahrung, deine Geschichte in drei Sätzen
- Für wen du arbeitest: Zielgruppe mit ihren Problemen in ihren eigenen Worten
- Was du anbietest: Angebote mit Ergebnis, Ablauf und Link
- Wie deine Marke wirkt: deine Archetypen, deine Werte, deine Haltung
- Wie du schreibst: Ton, Satzlänge, typische Wörter, Lieblingssätze
- Was tabu ist: Wörter, Versprechen und Themen, die nie vorkommen
- Beispieltexte: drei bis fünf Texte, die sich wirklich nach dir anfühlen
In meinem eigenen Briefing stehen auch meine vier Archetypen nach meiner EISS-Methode: Schöpferin als Identität, Magierin als Erlebnis, Weise als System und Beschützerin als Schatten. Archetypen geben Claude eine Richtung für Ton, Bilder und Wortwahl, die sich in einer langen Liste von Adjektiven kaum beschreiben lässt.
Und hier hängen die meisten fest. Was soll ich über meine Marke reinschreiben, wenn ich es selbst noch nicht so genau weiß? Punkt 4 bleibt leer, und genau dort entscheidet sich, ob Claude nach dir schreibt oder nach Coach Nummer 4.387. Der schnellste Einstieg ist dein Archetyp.
Wie du das Fundament für deine Marke Schritt für Schritt legst, liest du in Eigene Marke aufbauen.
Welche Claude Prompts eignen sich für Anfängerinnen?
Für den Anfang eignen sich Prompts, die eine klare Aufgabe, ein Ziel und das gewünschte Format enthalten. Ein guter Prompt sagt Claude, was es tun soll, für wen, in welcher Länge und woran du ein gutes Ergebnis erkennst. Im Projekt sparst du dir den Hintergrund, weil der schon in den Anweisungen und im Markenbriefing steht.
Diese sechs Prompts kannst du in dein Projekt kopieren:
- „Lies mein Markenbriefing im Projektwissen und fass in fünf Sätzen zusammen, wie du meine Marke verstehst. Sag mir, wo dir Informationen fehlen."
- „Schreib mir aus diesen Stichworten eine Instagram-Caption mit höchstens 150 Wörtern, in meiner Stimme, mit einer offenen Frage am Ende: [Stichworte]"
- „Hier ist mein Newsletter-Entwurf. Kürze ihn um ein Drittel und markiere alle Sätze, die nach Floskel wirken."
- „Gib mir zehn Ideen für Blogartikel zu [Thema], die meine Zielgruppe wirklich suchen würde. Sortiere sie nach Aufwand."
- „Eine Interessentin fragt, ob mein Angebot auch für Anfängerinnen passt. Schreib mir drei Antwortvarianten: kurz, herzlich, sachlich."
- „Stell mir zehn Fragen zu meinem Angebot, eine nach der anderen, und bau aus meinen Antworten eine Angebotsbeschreibung."
Prompt 1 ist dein Test. Wenn Claudes Zusammenfassung deine Marke trifft, passt dein Setup. Wenn nicht, weißt du sofort, was im Briefing fehlt.
Prompt 6 ist für alle, die vor einem leeren Dokument erstarren: Claude interviewt dich, und der Text entsteht aus deinen eigenen Worten.
Welche Fehler machen KI-Anfängerinnen am häufigsten?
Die häufigsten Fehler sind zu wenig Kontext, zu viele Aufgaben in einem einzigen Prompt, das erste Ergebnis ungeprüft übernehmen und jede Aufgabe in einem leeren Chat ohne Projekt beginnen. Dazu kommt, dass viele Anfängerinnen sensible Daten hochladen, ohne darüber nachzudenken. Alle diese Fehler lassen sich mit ein paar Gewohnheiten vermeiden.
| Fehler | Was passiert | So geht es besser |
|---|---|---|
| Prompt mit fünf Wörtern | Text aus dem Durchschnitt | Ziel, Zielgruppe, Länge und Ton angeben |
| Kein Projekt | du erklärst dich jedes Mal neu | Projekt mit Anweisungen und Markenbriefing |
| Alles in einem Prompt | halbgares Ergebnis | eine Aufgabe nach der anderen |
| Ergebnis 1:1 übernehmen | Fehler und falsche Fakten landen online | Zahlen, Namen und Daten selbst prüfen |
| Keine Beispieltexte | die Stimme wirkt fremd | drei bis fünf eigene Texte hochladen |
| Sensible Kundendaten im Chat | Datenschutzproblem | anonymisieren oder ganz weglassen |
| Zehn Tools gleichzeitig | in jedem Tool eine andere Stimme | ein Werkzeug, ein Briefing |
Der vierte Fehler ist der gefährlichste. KI kann Fakten falsch wiedergeben oder Quellen nennen, die es gar nicht gibt. Alles, was nach Zahl, Studie, Gesetz oder Preis aussieht, prüfst du selbst, bevor es veröffentlicht wird. Und lies jeden Text einmal laut. Was du so nie sagen würdest, fliegt raus.
Welche Daten darf ich in Claude hochladen?
Lade in Claude nur Daten hoch, die du auch einer externen Dienstleisterin geben würdest: deine eigenen Texte, dein Markenbriefing, deine Angebotsbeschreibungen. Sensible Kundendaten wie Gesundheitsinformationen, vollständige Namen mit Adressen, Verträge oder Gesprächsprotokolle haben im Chat nichts verloren. Wenn du mit echten Fällen arbeiten willst, anonymisiere sie vorher gründlich.
Das darf ins Projektwissen:
- dein Markenbriefing und deine Positionierung
- eigene Texte: Posts, Newsletter, Website-Texte
- Angebotsbeschreibungen, Abläufe, öffentliche Preise
- anonymisierte Fragen aus deiner Community, ohne Namen
Das bleibt draußen:
- Gesundheitsdaten und alles aus Therapie- oder Beratungsgesprächen
- Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Kundinnen
- Verträge, Rechnungen und Bankdaten
- Passwörter und Zugangsdaten
Schau dir außerdem die Datenschutz-Einstellungen in deinem Konto an, damit du weißt, wie mit deinen Eingaben umgegangen wird. Als Selbstständige bist du für die Daten deiner Kundinnen verantwortlich. Im Zweifel fragst du bei deiner Datenschutzberatung nach, bevor du etwas hochlädst.
Wo lerne ich Personal Branding mit KI in Österreich?
Personal Branding mit KI lernst du bei mir, Isabella Zanghellini, im FemBrand Studio in Vorchdorf in Oberösterreich. In meinem Kurs Sichtbar mit KI baust du mit Claude deine Marke, deine Website und deine Markenbilder auf, in sechs Modulen mit gemeinsamen Calls. Wenn du nach einem Claude-Workshop für selbstständige Frauen suchst, findest du dort genau diese Kombination: zuerst die Methode, dann das Werkzeug.
Meine Formel dahinter ist einfach: Archetypen mal KI ergibt eine Marke, die unverwechselbar wird. Die Archetypen liefern das Fundament, also wer du als Marke bist und wie du wirkst. Claude bringt dieses Fundament in Texte, Seiten und Bilder. Ohne Fundament produziert auch die beste KI nur Tapete.
Häufige Fragen
Kann ich Claude kostenlos nutzen?
Du kannst Claude mit einem kostenlosen Konto ausprobieren und so herausfinden, ob dir die Arbeitsweise liegt. Welche Funktionen dir zur Verfügung stehen und wie viel du damit arbeiten kannst, hängt von deinem Konto ab und ändert sich immer wieder. Schau am besten direkt in deinen Kontoeinstellungen nach.
Claude oder ChatGPT: was ist besser für Anfängerinnen?
Beide Werkzeuge funktionieren nach demselben Grundprinzip, und beide liefern bessere Ergebnisse, je mehr Kontext du mitgibst. Ich arbeite für Marke und Texte mit Claude, weil sich die Texte für mich natürlicher lesen und die Projekte gut zu meiner Arbeitsweise passen. Wichtiger als die Wahl des Tools ist, dass du bei einem bleibst und es mit deinem Markenbriefing fütterst.
Versteht Claude Deutsch und österreichische Begriffe?
Claude versteht und schreibt Deutsch. Wenn du österreichische Begriffe willst, schreib sie in deine Anweisungen und lade Beispieltexte hoch, in denen sie vorkommen, etwa Jänner oder Paradeiser. Dann greift Claude deutlich öfter darauf zurück.
Wie lange dauert es, Claude einzurichten?
Wenn dein Markenbriefing schon fertig ist, steht dein erstes Projekt an einem Vormittag. Ohne Briefing brauchst du länger, weil du zuerst klären musst, wer du als Marke bist. Diese Arbeit lohnt sich trotzdem doppelt, weil du das Briefing für jedes weitere Projekt und jedes Werkzeug wiederverwendest.
Merkt sich Claude, was ich in einem Projekt schreibe?
In einem Projekt liest Claude bei jedem neuen Chat die Anweisungen und die Dateien im Projektwissen mit. Was du in einem einzelnen Chat besprichst, wandert nicht automatisch in diese Anweisungen. Wichtige Erkenntnisse, etwa ein neues Tabu-Wort, fügst du deshalb selbst in die Anweisungen oder ins Markenbriefing ein.
Fazit
KI für Anfänger heißt bei mir: erst einrichten, dann loslegen. Ein Projekt, kurze Anweisungen, ein Markenbriefing im Projektwissen und ein paar gute Prompts reichen, damit sich Claudes Texte nach dir lesen. Fang mit einer einzigen Aufgabe an, prüf jedes Ergebnis selbst und lass sensible Kundendaten draußen.
Der Teil, der den größten Unterschied macht, ist dein Markenbriefing. Und das beginnt mit der Frage, welcher Archetyp in deiner Marke steckt.
P.S. Probier Prompt 1 aus diesem Artikel heute noch aus. Wenn Claude deine Marke in fünf Sätzen schon fast richtig beschreibt, weißt du, dass dein Setup steht. Wenn nicht, weißt du genau, was als Nächstes ins Briefing gehört.
Isabella Zanghellini · Brand-Designerin, FemBrand Studio, Vorchdorf (Oberösterreich)
19 Jahre Marken-Design · 15 Jahre selbstständig · 100+ Marken · zertifizierte Personal Brand Consultant · SPIEGEL-Bestseller „Das große Wichtelhandbuch" (Platz 1). Ich arbeite mit Marken-Archetypen und bringe Selbstständigen bei, ihre Marke mit KI selbst aufzubauen.



